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USA Downgrade, Nvidia & Jackson Hole

August 2023 – HP&P Fondsupdate

Das geschah an den Aktienmärkten

Der Monat startete mit einem Paukenschlag. Die Ratingagentur Fitch senkte die Bonität der Wirtschaftsmacht USA auf AA+. Dies und die saisonale Kursschwäche in den Sommermonaten, führten zu Rücksetzern an den Märkten. Mit sinkenden Produzentenpreisen in der EU und einer rückläufigen Kerninflation in den USA schwanden hingegen die größten Inflationssorgen. Im August fand zudem das Notenbankertreffen traditionell in Jackson Hole in den USA statt, von dem jedoch eher eine hawkische Tendenz (höher zu erwartenden Zinsen) ausging.

Durch den Hype um die Künstliche Intelligenz, war das marktdominante Thema im August jedoch die Veröffentlichung der NVIDIA-Zahlen. Der weltweit führende Anbieter von KI-Computing und KI-Chips übertraf die mit Spannung erwarteten und hoch prognostizierten Zahlen noch einmal signifikant und hob zudem den ohnehin rosigen Ausblick noch einmal an. Dies führte zunächst zu einer starken nachbörslichen Kursreaktion, die jedoch am Folgetag verpuffte. Die Marktteilnehmer fragen sich nun vermehrt, ob die herausragenden Kursanstiege bei den Big-Tech-Unternehmen zunächst ihren Zenit erreicht haben, oder aber der Hype um die KI zu noch höheren Bewertungen führen kann. Die kommenden Monate werden zeigen, ob es sich um eine nachhaltige Entwicklung handelt, oder aber, ähnlich wie bei anderen heißen Themen (z.B. Wasserstoff, Nanotechnologie, Crypto, etc.), die gezahlten Preise zu weit von der wirtschaftlichen Realität entfernt haben.

Im August waren die meisten weltweiten Indizes im Minus. Der japanische Aktienmarkt wird mit einem leichten Plus von 0,4% in Lokalwährung seiner Geheimfavoritenrolle gerecht. Der bis dato starke Euroland-Aktienmarkt fiel hingegen am stärksten. US-Tech-Werte stagnierten auf sehr hohem Niveau.

Bei den Sektoren konnten Energiewerte den zweiten Monat in Folge zulegen. Die höheren Energiekosten dürfte der deutsche Konsument bereits an den Zapfsäulen bemerkt haben. Alle anderen Sektoren notierten negativ. Die strukturell eher hoch verschuldeten Versorger und Immobilienwerte verloren im Hochzinsumfeld abermals. In den USA fielen zudem Finanzwerte und hier insbesondere Banken überproportional.

Auf Jahressicht konnte man den globalen Aktienmarkt nur mit Qualitätswerten deutlich schlagen, alle anderen Stile notieren mit einem relativen Abschlag. Vor allem Low-Risk- und Momentum-Titel konnten seit Jahresanfang die Gesamtmarktperformance nicht nachvollziehen. In Europa ergibt sich das eher seltene Bild, dass keiner der langfristig vorteilhaften Stile den Gesamtmarkt seit Jahresanfang schlagen konnte.

Kleine Titel verloren im August in den USA deutlich stärker als die größeren Werte. Die Differenz zwischen Big- und Mid-Caps bleibt der dominierende Faktor in 2023, der es breit investierten aktiven Investoren erschwert die Indizes zu schlagen. Auch in den anderen Regionen ergibt sich ein ähnliches Bild. Allgemein ist festzustellen, dass sowohl die Investmentstile, als auch der Size-Effekt seit Ende 2021 negativ auf die Performance aktiver Manager einwirken. Da langfristig aus genau diesen Effekten eine positive Performance zu erwarten ist, gehen wir nach wie vor von einer temporären Verwerfung und einer attraktiven Investitionschance aus.

HP&P Global Equity -0,4% MTD |+11,1% YTD

Anteilklasse R: A2QSG5 / DE000A2QSG55 – Anteilklasse A: A2QSG4 / DE000A2QSG48

Der HP&P Global Equity verlor mit -0,4% im August etwas weniger als seine Benchmark (-0,8%) und notiert nahe seines Jahreshochs. Der belastende Size-Effekt wurde in diesem Monat durch die positive Titelselektion mehr als ausgeglichen. Nach wie vor schlägt der Fonds seine Peergroup seit Auflage deutlich.

Die Marktkapitalisierung des dänischen Pharmakonzerns Novo Nordisk, zog im August mit dem des bisher wertvollsten europäischen Unternehmens (LVMH) gleich. Zu diesem fulminanten Kursanstieg führte die Nachricht, dass das eigentlich für Diabetiker entwickelte Medikament Wegovy nicht nur effektiv bei der Gewichtsreduktion hilft, sondern zudem das Risiko von Herzkrankheiten senkt. Dies erweitert den Einsatzbereich und damit auch das Umsatzpotential des Medikaments enorm. Novo Nordisk stieg um 17,2%.

Der englische Direktvermarkter von Werbeartikeln 4 Imprint, zählt mit einer Marktkapitalisierung von etwas über 1 Mrd. Euro und 1300 Mitarbeitern zu den eher unbekannteren Unternehmen. Dennoch lassen sich gerade mit Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe deutliche Kursgewinne erzielen. Nach einer Anhebung der Umsatz- und Margenprognose stieg der Wert im Monatsverlauf um 16,2%.

Das japanische Pharmaunternehmen Nipro stellt medizinische Dialyse- und Glasprodukte her. Es handelt sich hier mit etwas über 1 Mrd. Euro Marktkapitalisierung ebenfalls um ein Unternehmen, das den meisten Investoren verborgen bleiben dürfte. Nipro veröffentlichte Anfang des Monats überzeugende Unternehmenszahlen und stieg auf Monatssicht um 16,0%.

Weniger gut wurden die Zahlen bei dem Cybersicherheitsspezialisten Fortinet vom Markt verarbeitet. Das Unternehmen konnte zwar beim Gewinn und Umsatz die Erwartungen schlagen, musste aber seinen Ausblick etwas korrigieren. Fortinet verlor 21,3% im August.

Quelle: Capinside

MTD % Die stärksten Portfoliotitel
+17,2% Novo Nordisk (Gesundheit – Dänemark)
+16,2% 4 Imprint Group (Kommunikation – U.K.)
+16,0% Nipro (Gesundheit – Japan)

 

MTD % Die schwächsten Portfoliotitel
-17,3% Teradata (Technologie – USA)
-17,5% Elmos (Technologie – Deutschland)
-21,3% Fortinet (Technologie – USA)

 

HP&P Europe Equity -2,2% MTD | +2,7% YTD

Anteilklasse R: A2ARN3 / DE000A2ARN30 – Anteilklasse A: 979076 / DE0009790766

Der Anfang Juni neu ausgerichtete HP&P Europe Equity Fonds verlor im August mit -2,2% annähernd so viel wie seine Benchmark.

Auch dieser ist in den Werten Novo Nordisk und 4 Imprint engagiert. Des Weiteren konnte der deutsche Versicherungskonzern Talanx seinen Wert um 11,4% steigern. Talanx folgt damit seinem monatelangen Aufwärtstrend und markiert ein neues Allzeithoch.

Die schwachen Zahlen des Konkurrenten Infineon zogen Elmos Semiconductor in Mitleidenschaft. Ein Analyst erwartet nunmehr auch hier schwächere Zahlen und senkte das Rating. Der Kurs setzte um 17,5% zurück.

Zum Monatswechsel wurde das Portfolio turnusmäßig (= quartalsweise) systematisch überprüft und neu ausgerichtet. Unter anderem wurden bei Talanx die Gewinne realisiert. SMA Solar wird von unserer Multi-Faktor-Strategie nicht mehr präferiert und muss ebenfalls das Portfolio verlassen. Gekauft wurden unter anderem der Pharmariese Novartis, die eher unbekannte italienische BFF Bank und der eher niedrigkapitalisierte, schweizer Industriekonzern Burckhardt Compression.

Das Portfolio besteht überwiegend aus Mid Caps, hat ein leichtes Value-Exposure und eine deutliche Ausrichtung in den Stilen Momentum und Qualität.

Performance vs. Benchmark (seit Strategieumstellung am 31.05.2023):
Quelle: Capinside

 

MTD % Die stärksten Portfoliotitel
+17,2% Novo Nordisk (Gesundheit – Dänemark)
+16,2% 4 Imprint Group (Kommunikation – U.K.)
+11,4% Talanx (Finanzwesen – Deutschland)

 

MTD % Die schwächsten Portfoliotitel
-8,9% Krones (Industrie – Deutschland)
-14,3% SMA Solar (Technologie – Deutschland)
-17,5% Elmos Semiconductor (Technologie – Deutschland)

 

 

HP&P Stiftungsfonds -0,3% MTD | -3,4% YTD

Anteilklasse R: A3C92Q / DE000A3C92Q3 – Anteilklasse A: A2QCXE / DE000A2QCXE0

Aufgrund seines niedrigen Marktrisikos konnte sich der HP&P Stiftungsfonds im August von den Aktienmärkten nahezu abkoppeln und verlor mit -0,3% nur moderat. Das bisher erreichte Jahresergebnis ist mit -3,4% nach wie vor unbefriedigend, jedoch über die negativen Stil- und Size-Prämien gut erklärbar. Sollte der breite Markt gegenüber den Big-Caps aufholen und die langfristig positiven Stil-Prämien wieder ihrem alten Muster folgen, ist eine deutlich Erholung zu erwarten. Wir bleiben weiterhin zuversichtlich.

 

Quelle: Capinside Peergroupvergleich
 

MTD % Die stärksten Portfoliotitel
+8,4% Arcadis (Industrie – Niederlande)
+4,6% Münchener Rück (Finanzwesen – Deutschland)
+4,5% Ipsen (Gesundheit – Frankreich)

 

MTD % Die schwächsten Portfoliotitel
-10,9% Melexis (Technologie – Belgien)
-14,7% Wienerberger (Industrie – Österreich)
-17,5% Elmos (Technologie – Deutschland)

 

Aktien Südeuropa Nachhaltigkeit UI -1,9% MTD | +13,1% YTD

A1J9A7 / DE000A1J9A74

Auch wenn sich südeuropäische Aktien dem Gesamtmarkt im August nicht entziehen konnten, verlor der Aktien Südeuropa Nachhaltigkeit UI im Vergleich zu Euroland-Aktien deutlich weniger. Zudem überzeugt der Fonds seit Auflage mit einer attraktiven risikoadjustierten Performance, d.h. dieser schlägt seine Benchmark leicht, bei einer deutlich niedrigeren Volatilität.

Der französische Anbieter von geophysikalischen Diensten zur Exploration von Öl- und Gasfeldern CGG konnte sich mit einem steigenden Ölpreis von den Verlusten des Vormonats erholen und ist mit +13,7% stärkster Portfoliowert.

Der italienische Zementriese Buzzi steigt nach überraschend starken Zahlen und einer Anhebung des Ausblickes um 6,9%.

Das Zahlenwerk des italienischen IT-Anbieters Reply enttäuschte hingegen die Anleger, der Wert fiel um -10,6%.

Die Region Südeuropa scheint nach wie vor gerade in Bezug auf den EU-Wiederaufbaufonds und der sinkenden Inflation besonders attraktiv.

MTD % Die stärksten Portfoliotitel
+13,7%               CGG (Energie – Frankreich)
+6,9%               Buzzi (Rohstoffe – Italien)
+4,5%                Capgemini (IT – Frankreich)

 

MTD % Die schwächsten Portfoliotitel
-5,3%                  Cellnex (Kommunikation – Spanien)
-9,7%                  Pernod Ricard (Basiskonsum – Frankreich)
-10,6%                  Reply (Technologie – Italien)

 

Disclaimer:

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Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Ermittlung der Wertentwicklung erfolgt nach der BVI-Methode (ohne Berücksichtigung von Ausgabeaufschlägen). Bei einem Anlagebetrag von EUR 1.000,00 über eine Anlageperiode von fünf Jahren und einem Ausgabeaufschlag von 5 Prozent würde sich das Anlageergebnis im ersten Jahr um den Ausgabeaufschlag in Höhe von EUR 50,00 sowie um zusätzlich individuell anfallende Depotkosten vermindern. In den Folgejahren kann sich das Anlageergebnis zudem um individuell anfallenden Depotkosten vermindern. Die Performance wird anhand der BVI Methode ermittelt. Die Fondsperformance gemäß BVI-Methode ist die prozentuale Änderung des Anteilswertes zwischen Beginn und Ende des Berechnungszeitraums. Dabei wird von der Wiederanlage evtl. Ausschüttungen ausgegangen.

Habbel, Pohlig & Partner
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Managing Director – Portfoliomanagement

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